Am 2. Januar 1945 wurde Nürnberg von den britischen Bomberverbänden angegriffen. Für die Bewohner der “deutschesten aller deutschen Städte” (A.Hitler) ein Grund, 60 Jahre später ein riesiges Brimborium zu veranstalten: Das sozialdemokratische Propagandablatt Nürnberger Nachrichten gab eine Lamentierungs-Sonderausgabe heraus, die Friedensfundamentalisten schmissen sich in ihre PACE-Lappen und demonstrierten für Frieden und ein beträchtlicher Anteil der Nürnberger pilgerte in die sonst so leeren Kirchen zum kollektiven Trauergottesdienst mit Glockengebimmel.

Grund genug ein kleines Freudenfeuerwerk abzuschießen und mit einem Flugblatt, dass hier dokumentiert wird, anzustinken:

Nürnberg trauert - ANNA feiert
Wenn am 2. Januar für die Deutschen gilt “Die Opfer sind immer die Völker” sagen wir NEIN!

Ich kann versichern, dass ich keine Miene verziehen werde über irgend eine Maßnahme, die die Staatsmänner der Welt für notwendig halten werden, um Deutschland außerstande zu setzen, sein Spiel in absehbarer Zukunft zu wiederholen.“(Thomas Mann 1942 in einer Rundfunkrede zum Jahrstag der Bombardierung Coventrys).

Im Januar 1945 - die amerikanische Armee steht vor Deutschlands Westgrenze, die Sowjet Armee rückt im Osten erfolgreich vor – ist der Deutschen Krieg verloren, ihr Ziel, mit „kollektiver Anstrengung“ die europäischen Juden restlos zu vernichten und dadurch ein deutsches Volk erst werden zu können, vorerst vereitelt.Unbeirrt dieser Tatsachen kämpfen die Deutschen opferwillig, mit allem was sie aufbringen können, weiter für den „Endsieg“ und ihr Reich. Jeder Tag an dem die deutsche Barbarei fortwehst, bedeutet für Juden, alliierte Soldaten und weitere Opfer des nationalsozialistischen Terrors den Tod. Um Deutschland in die Knie zu zwingen, müssen die Alliierten vor allem den Durchhaltewillen und die Opferbereitschaft der Deutschen brechen – dies geschieht endlich durch die Bombardierung deutscher Städte.
Besonders Nürnberg stand damals, als ideologische Hauptstadt der nationalsozialistischen Volksbewegung, hinter dem Vernichtungsantisemitismus und dem deutschen Wahn und wurde deshalb zum berechtigten Ziel der britischen Bomberverbände.„Im Bewusstsein der Nachkriegsgesellschaft jedoch wurde“ aus der Bereitschaft der Deutschen, sich für den „Endsieg“ auch selbst aufzuopfern, indem sie ihr Individuum dem deutschen „WIR“ unterordneten „ein objektives Existential: das Opfer an sich, das über die Deutschen verhängt worden sei, das sie erlitten, aber nicht betrieben hätten. [... So werden aus den Mördern] ganz normale junge Männer, die heute noch als Rentner ihren Schrebergarten pflegen könnten, wären sie nicht aus falsch verstandenen Heroismus zu Verführten geworden und eben deshalb beklagenswerte Opfer übermächtiger Verhältnisse wie so viele Millionen andere auch. [...] Dass endlich einmal auch das Leiden der Deutschen präsentiert werden kann [...ist die] Begleiterscheinung dessen, was ‚Normalisierung’ genannt wird. [...] Als gleichermaßen Traumatisierte werden deutsche Opfer den Opfern der Deutschen gleichgestellt“ (aus: Bahamas 38: „Die Opfer sind immer die Völker“ von Karl Nele). In diesem Zusammenhang schreibt Oberbürgermeister Ulrich Maly bekennend in einer Sonderausgabe der NN zum „Jahr des Erinnerns“, davon, dass „die Fliegerangriffe auch die Nürnberger zu Opfern machten“ und am 2. Januar 1945 der „Untergang des alten Nürnbergs“ sich „tief ins kollektive (!) Gedächtnis eingegraben“ (Herv. ANNA.) hat. Trotz der sonstigen Ausgewogenheit in diesem Artikel ist klar, was Teil des deutschen Konsens, jener deutschen „Normalisierung“ ist und immer war: Das zwanghafte Festhalten am deutschen „WIR“ anstelle einer privaten oder individuellen Trauer um Angehörige.
Von Trauer aber war im Nachkriegsdeutschland wahrlich kaum etwas zu spüren, ebenso wenig wurden die tatsächlichen Opfer der nationalsozialistischen Barbarei beweint. Vielmehr verliehen die Deutschen durch ihre Selbststilisierung als Opferkollektiv ihrer narzisstischen Kränkung über die militärische Niederlage Deutschlands Ausdruck.
Wer heute in Nürnberg gegen „Krieg“ demonstriert, wird auf der einen Seite die Notwendigkeit einer militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus verleugnen, auf der anderen Seite die vermeintliche Opferrolle der Deutschen zum volksgemeinschaftlichen Mythos hochstilisieren. Entgegen diesem Sinne begrüßt ANNA. Nürnberg den antifaschistischen Sieg über Nazideutschland. Wir feiern diesen Sieg, welcher die Möglichkeit offen hält, Verhältnisse zu erwirken, in denen das Leben von Menschen als Individuen nicht von kollektiver Barbarei bedroht ist und solidarisieren uns mit allen Konsequenzen, die der Versuch, den völkischen, deutschen Wahn zu zerschlagen, mit sich bringt: Bombardierung, Vertreibung, Gefangenschaft und Reeducation.
Ob diese Chance genutzt wurde und wird, oder ob aus dem sogenannten „kollektiven Gedächtnis“ sich die deutsche Volkseele erneut mausert, steht hier zur Frage.

Deutsche Täter sind keine Opfer - No tears for krauts - Keine Träne für Deutschland

ANtideutsche Nürnberger Antifa (ANNA)