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Der neue Nahe Osten

Vom arabischen Frühling in den islamistischen Herbst

mit Stephan Grigat

Wer Anfang 2011 davor warnte, der arabische „Frühling“ könne sehr schnell in einem Siegeszug der islamistischen Moslembrüder enden und für Israel zu einer neuen Bedrohung führen, galt als Schwarzseher, der „den Arabern“ keine Demokratie „gönnen“ würde. Heute ist nicht zuletzt angesichts der Wahlergebnisse in Ägypten Ernüchterung eingetreten. Nachdem die Erfolge der Islamisten nicht mehr geleugnet werden können, geht man dazu über, ihre Ideologie schön zu reden.

Die zentrale Frage lautet weiterhin, ob jener für den Nahen Osten so typische Mechanismus durchbrochen werden kann, bei dem die innergesellschaftlichen und durch den Weltmarkt evozierten Widersprüche, die durch den Sturz von Mubarak in Ägypten oder von Ben Ali in Tunesien nicht verschwunden sind, stets in hemmungslose Aggression gegen den jüdischen Staat transformiert werden. Bisher gibt es wenig Anzeichen dafür, dass das in absehbarer Zeit gelingen kann.

Der Vortrag wird versuchen, eine Einschätzung der bisherigen Entwicklung zu geben, die Bedeutung der Umwälzungen in den diversen arabischen Ländern für den Expansionsdrang des iranischen Regimes und für die prekäre Situation Israels darzustellen und die Politik Deutschlands und der EU gegenüber den zentralen Akteuren im Nahen Osten einzuschätzen.

 Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010) und Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012).

Donnerstag, 06. September 2012, 20 Uhr

Künstlerhaus im KUKUQ (K4/Komm), II. OG, Glasbau

Königsstr. 93, Nürnberg

Eintritt 2,-/3,-