Nach einer längeren Pause ist mit der fünften Ausgabe die Zeitschrift Pólemos wieder erschienen. Der Umfang des Hefts hat sich deutlich vergrößert , so dass wir ab der nächsten Ausgabe den Preis pro Heft um 1,50 € auf 3,50 € erhöhen müssen. Der Abopreis wird sich ab dem nächsten Heft auf 7,00 € belaufen. Für die aktuelle Ausgabe bleibt der Preis noch bei den gewohnten 2,00 €.

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Inhalt:

Leo Elser: Endlich wieder Juden kritisieren. Anmerkungen zur sogenannten Beschneidungsdebatte.

Jan-Georg Gerber: Talk about Sex. Ein Beitrag zur selbigen.

Dominique Goubelle: Bohème und Brettl revisited. Vom engagierten Kleinkünstler zum Politiker neuen Typs.

Felix Menz: Die Wiederaneignung der Gewalt durch die Juden. Über Claude Lanzmann und Jean Améry.

Rudi Landmann: Portrait of the artist as a clown. Über Joseph Beuys.

Peter Schrader: Der kategorische Imperativ. Über den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Uli Krug: Der letzte Marxist. Gedanken zum Tod von Robert Kurz.

Rudi Landmann: Kleines Wort zum Sonntag. Über Robert Walser.

Joachim Bruhn: Die „Bibel der Arbeiterklasse“ als Koran der Linksdeutschen. Wie man das marxsche „Kapital“ gemeinverständlich zubereitet.

David Parnass: Die Wiederkehr der totgesagten Subjekte. Postmoderne als Borderline-Philosophie (Teil II).

Die gedruckte Fassung kann ab sofort unter redaktion.polemos[at]gmail.com bestellt werden.

Pólemos #05 zum Download als PDF

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Der neue Nahe Osten

Vom arabischen Frühling in den islamistischen Herbst

mit Stephan Grigat

Wer Anfang 2011 davor warnte, der arabische „Frühling“ könne sehr schnell in einem Siegeszug der islamistischen Moslembrüder enden und für Israel zu einer neuen Bedrohung führen, galt als Schwarzseher, der „den Arabern“ keine Demokratie „gönnen“ würde. Heute ist nicht zuletzt angesichts der Wahlergebnisse in Ägypten Ernüchterung eingetreten. Nachdem die Erfolge der Islamisten nicht mehr geleugnet werden können, geht man dazu über, ihre Ideologie schön zu reden.

Die zentrale Frage lautet weiterhin, ob jener für den Nahen Osten so typische Mechanismus durchbrochen werden kann, bei dem die innergesellschaftlichen und durch den Weltmarkt evozierten Widersprüche, die durch den Sturz von Mubarak in Ägypten oder von Ben Ali in Tunesien nicht verschwunden sind, stets in hemmungslose Aggression gegen den jüdischen Staat transformiert werden. Bisher gibt es wenig Anzeichen dafür, dass das in absehbarer Zeit gelingen kann.

Der Vortrag wird versuchen, eine Einschätzung der bisherigen Entwicklung zu geben, die Bedeutung der Umwälzungen in den diversen arabischen Ländern für den Expansionsdrang des iranischen Regimes und für die prekäre Situation Israels darzustellen und die Politik Deutschlands und der EU gegenüber den zentralen Akteuren im Nahen Osten einzuschätzen.

 Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB. Er ist Mitherausgeber von Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer (Studienverlag 2008) sowie von Iran im Weltsystem. Bündnisses des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010) und Herausgeber von Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert (ça ira 2012).

Donnerstag, 06. September 2012, 20 Uhr

Künstlerhaus im KUKUQ (K4/Komm), II. OG, Glasbau

Königsstr. 93, Nürnberg

Eintritt 2,-/3,-

Die Familie Martin Walser und ihre Versuche, Kritik zu kriminalisieren und den Kritiker mundtot zu machen

Vortrag und Diskussion mit Carl Wiemer


In seiner Dokumentarkomödie ‚Der Literaturverweser’ (Edition Tiamat 2010) hat Carl Wiemer Martin Walser und seine Töchter als prototypische Produkte des deutschen Kulturbetriebs gezeichnet, in dem inzestuöse Borniertheit, künstlerische Inferiorität und ein unbelehrbarer Antisemitismus stets für preiswürdig gehalten werden. Daneben begleitete er zwei Jahre lang die öffentlichen Auftritte Martin Walsers und seiner Tochter Alissa mit Aufklärungsmaterialien, die er bei deren Lesungen unters Publikum brachte. Seitdem wird er von der Familie Walser mit einer Flut von Unterlassungserklärungen, einstweiligen Verfügungen, Zivil- und Strafprozessen eingedeckt, die den Zweck verfolgen, Kritik zu kriminalisieren und den sie übenden Kritiker mundtot zu machen.

In seinem Vortrag schildert Carl Wiemer die gegen ihn gerichteten Versuche der Familie Walser, ihre Lebens- und Geschichtslügen juristisch sanktionieren zu lassen. Diese Lebens- und Geschichtslügen korrespondieren auf frappierende Weise mit jenen der deutschen Nation, was insofern nicht wunder nimmt, als von den Walsers zwei der glorreichsten deutschen Traditionen verkörpert werden, nämlich der Antisemitismus durch das NSDAP-Mitglied Martin Walser und das Denunziantentum durch seine Tochter Alissa und deren Ehemann, den STASI-Spitzel Sascha Anderson.

Außerdem geht es um die Analyse des hiesigen Kulturbetriebs als branchentypischer Gestalt eines Rackets, als deren kleinste Gestalt die Familie firmiert, während seine aggressivste Form die Nation darstellt. Nicht zufällig hat Walser die Nation stets als Großfamilie konzipiert. Das deutsche Kulturracket bringt folgerichtig den Typus des Staatsschriftstellers hervor, der sich nicht nur von staatlichen Zuwendungen nährt, sondern auch keinen Moment zögert, die staatlichen Vollzugsorgane Polizei und Justiz einzuschalten, um gegen seinen letzten Feind, den freien Autor, vorzugehen. Der Staat, der nicht umsonst allseits als Vater imaginiert wird, soll seine Polizeikräfte mobilisieren, um jene Rolle einzunehmen, die Papa Martin für seine talentfreien Töchter zeitlebens gespielt hat.

Nichts widerspricht dem Geist der Literatur mehr als die Walsersche Vorstellung, dass die Literatur ein in Erbfolge zu führender Familienbetrieb sei, in dem die Herkunft alles und die Texte nichts zählen.

Dienstag, 05. Juni 2012

19:30 Uhr

Veranstaltungsort: II. OG Glasbau im KUKUQ (ex-K4 /ex-Komm)

Königsstraße 93, Nürnberg (gegenüber Hbf)

Veranstalter: AG Kritische Theorie/ Redaktion Pólemos und Gruppe Monaco (München)

Buchvorstellung und Vortrag von Gerhard Scheit

Noch im Todesjahr Adornos war das Buch Die neue Linke nach Adorno erschienen: Es sollte damit eine Art Aufbruchsstimmung suggeriert werden, wobei die einen mit, die anderen ohne das Erbe des Verstorbenen aufbrechen wollten. Das Buch hingegen, das hier präsentiert wird, hat den Untertitel Kritik der Gesellschaft nach Adorno, könnte aber auch: Adorno nach der neuen Linken heißen. Nachdem nämlich diese Linke durch ihren Antizionismus sich selbst zerstört hat, ist jederzeit auf Adornos Imperativ zu beharren: der Nötigung, unter allen Umständen „Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole“, und also Israel gegen den antisemitischen Wahn zu verteidigen. So wie die von Adorno geforderte, differenzierteste Kenntnis dieser Umstände immer den Widerspruch einschließt, dass sie erst gar nicht zu begreifen sind, wird die Möglichkeit, sie doch noch zu ändern, aus dem Denken verbannt.


Freitag, 16. Dezember 2011
19:30 Uhr
Glasbau im KUKUQ (K4 / Komm)
Königsstraße 93, Nürnberg (gegenüber Hbf)

Im Rahmen der „Thementage Antisemitismus“ in Freibug hielt Leo Elser (Redaktion Pólemos) einen Vortrag über die Frage: „Darf man Israel kritisieren?“.  Der Vortrag kann hier angehört oder runtergeladen werden. Auch die anderen Vorträge der Veranstaltungseihe werden demnächst auf der Homepage der „Thementage“ verlinkt.
Die Veranstalter der „Thementage“ sind dringend auf Spenden angewiesen.


Inhalt:

Wenn nur noch „das Gehirn“ denkt, wird die Vernunft naturalisiert. Rudi Landmann beharrt dagegen darauf, dass Unmündigkeit selbstverschuldet ist. S. 1.

Wo das derbe Ressentiment freudige Urstände feiert, sind Humanistische Nazis, humorlose Narren am Werk. Von Dominique Goubelle ab S. 8.

Leo Elser über den Hochmut des Prinzen und der akademischen Klasse. S. 14.

Ab S. 17 polemisiert die Gruppe Morgenthau gegen Gesinnungs- und Heimatschutz im Ort der Einfalt.

In Dschihad oder Revolution erinnert Danyal an die Aufstände im Iran. S. 19.

Ein Interview mit Juanita Henning über Prostitutionstätigkeit und sexuelle Selbstbestimmung ab S. 22.

Die arabische Konterrevolution. Ein Gastbeitrag ab S. 27 von Jörg Finkenberger.

Zur Alltagspathologie eines Schreibtischtäters. Analysiert und endgültig erledigt von Joachim Bruhn ab S.29.

Kritik des Bandenwesens, statt Bandenkrieg fordert Leo Elser ab S. 31.

Der angekündigte 2.Teil von Die Wiederkehr der totgesagten Subjekte wird in der nächsten Ausgabe erscheinen.

Die Pólemos #4  kann ab sofort bestellt werden.

Pólemos #4 zum Download als PDF

Es sei an dieser Stelle auf den jüngsten Anschlagsversuch des sich radikal dünkenden linken Gesindels auf den Kritiker Justus Wertmüller hingewiesen, welcher darauf zielte ihn ganz im Wortsinne erblinden zu lassen.
Im Rahmen einer Veranstaltung des ASTA der Uni Bonn mit Justus Wertmüller kam es zu einem Störversuch, in dessen Verlauf versucht wurde, den Referenten mit einem Laserpointer am Auge zu verletzen; dabei wurde einer, der sich zwischen Justus Wertmüller und die Störer stellte, verletzt.
Die Erklärung der Veranstalter findet sich hier. Zeugen werden gebeten sich beim ASTA (polbil[at]asta.uni-bonn.de) oder direkt bei der Bonner Polizei zu melden.

Freiburg, Mittwoch 17. November 2010
20 Uhr im Jos-Fritz-Cafe, Wilhelmstr. 15 (Sprechtpassage)

Ressentiment und Religionskritik

Als die katholische Kirche im Frühjahr 2010 verkündete, sie befände sich angesichts der Skandale um “Kindesmißbrauch” in der schwersten Krise seit Jahrzehnten, war dies dem Marktplatz öffentlicher Meinung, vertreten von FAZ bis zur Konkret, Anlaß zur Häme. Wenn die postnazistische Gesellschaft zum Kirchenkampf nach Vorbild ihrer Großväter und -mütter bläst, sich also gegen die “Sexualverbrecher im Priesterrock” (Goebbels) rüstet, dann hat Ideologiekritik ihre Aufmerksamkeit den Anklägern und nicht den Angeklagten zu widmen. Der Vortrag will, ausgehend von der Frage, was bei der nur scheinbaren Diskussion über “Kindesmißbrauch” tatsächlich verhandelt wurde, den Versuch wagen, den Unterschied von Religionskritik und Ressentiment zu bestimmen. Wenn Marx‘ Behauptung stimmt, die Religionskritik sei der Anfang aller Kritik, dann hängen die Bedingungen der Möglichkeit von Kritik nicht zuletzt von dieser Unterscheidung ab. – Es spricht Leo Elser (Redaktion Pólemos. Bullarium der AG Kritische Theorie Nürnberg).

Eine Veranstaltung der ISF Freiburg

 

 

Halle, Freitag, 17. Dezember 2010
20 Uhr, VL, Ludwigstr. 37

Smoke that Cigarette. Ein verrauchter Abend gegen die Gesundheitsreligion.

Mit Leo Elser und Klaus Bittermann

Jean-Paul Sartre hielt ein Leben ohne Zigarette für „ein bisschen weniger lebenswert“, Somerset Maugham bezeichnete das Rauchen als „einzige Erfüllung seines Lebens, in die sich nie die Bitternis der Enttäuschung gemengt habe“ und Mark Twain meinte: „Wenn man es im Himmel nicht tun darf, gehe ich nicht hin.“ Und die göttliche Jeanne Moreau sagte: „Männer, die sich das Rauchen abgewöhnt haben, sind mir unheimlich“, während Marguerite Duras noch einen Schritt weiter ging und fragte: „Wozu Sex haben, wenn man auch so rauchen kann.“
Davon will heute allerdings kaum noch jemand etwas wissen. Im Fernsehen darf nicht mehr geraucht werden, in Kneipen ist das Rauchen ins Hinterzimmer verbannt worden und im Büro werden die wenigen Raucher schief angeschaut, wenn sie ihrem Genuss frönen.
Vor diesem Hintergrund setzt sich Leo Elser, Redakteur der Zeitschrift Pólemos, mit dem grassierenden Gesundheitswahn auseinander. Klaus Bittermann, Mitherausgeber des Buches „Smoke Smoke Smoke That Cigarette“ wird eine Hommage an das Rauchen halten, die mit Musik, Filmschnipseln und viel blauen Qualm untermalt wird.

Eine Veranstaltung der AG Antifa Halle.

Gegen den internationalen und kriegerischen Angriff auf die Souveränität des Staates Israel durch die Gaza Flottille am 31. Mai 2010 schreibt Paul Desandren in Das Völkerrecht auf Israelkritik ab Seite 1.

Ab Seite 7 dokumentieren wir den Aufruf, wie zwei Redebeiträge zur Kundgebung Antisemitismus ist keine Abenteuer-Kreuzfahrt am 20. Juni 2010 in Frankfurt.

Leo Elser widerspricht in Kinderfreunde auf Hexenjagd von Seite 11 an dem medialen Neuaufguß des Kirchenkampfs gegen „pädophile“ Kleriker und Reformpädagogen in fünf Thesen.

Dem kultivierten Elend der Studenten und ihrer Aktionen kann nur noch mit Polemik begegnet werden. Rudi Landmann über den Generalstreik gegen das Denken ab Seite 20.

Über die Zurichtung der Subjekte im Islam klären ab Seite 25 die Gruppe Morgenthau mit ihrer Kritik des islamischen Anti-Individualismus und Felix Menz ab Seite 28 in Unterwerfung und Gehorsam auf.

Dem Zusammenhang von permanenter Krise und postmodernem Subjekt versucht David Parnass im ersten Teil von Die Wiederkehr der todgesagten Subjekte ab Seite 31 auf die Spur zu kommen.

Pólemos#3 Download als PDF